Donnerstag, 2. Februar 2012

Zackig

Wenn wir schon wie letztens bei alten Trainingssystemen waren. Hier ein Tipp für alle Draußen-Trainierer, solche, die es werden wollen oder Leute, die Kraftausdauer steigern und auch Hypertrophietraining machen wollen. Vor allem geht das ganze schnell und zackig.

Mein Kumpel Karl und ich haben gestern folgendes bei minus 17 Grad in der Kälte durchgezogen in der Früh:

- so viele Klimmzüge (saubere Ausführung, kein Umherschwingen) wie möglich in 5 Minuten. Haben alle 20 Sekunden versucht, 5 WH zu machen, bis eben die 5 Minuten um waren. Somit 75 WH in 5 Minuten, ein gutes Volumen.

2 Minuten Pause

- dann so viele Dips wie möglich in 5 Minuten. Wieder saubere, tiefe Ausführung, keine Hampelei. Haben wieder das 20-Sekunden-Intervall genommen. Karl hat 85 WH geschafft, meiner einer 82.

Und fertig war die Sache. Und es war schön warm danach!

Karl hat früher viel nach solchen Systemen trainiert und sich eine eindrucksvolle Kraftausdauer erarbeitet. Beim Gorilla Camp etwa voriges Jahr hat er mit einer Gruppe 10 Liegestütze alle 15 Sekunden gemacht bis 100 WH voll waren. Kurze Pause und dann mit der anderen Gruppe dasselbe noch mal! 200 saubere WH in kurzer Zeit. Das ist HÄRTER als man glaubt. Und so simpel!

Hier ein System, dass er als Trainer eines ehemaligen Europaklasse-Judokas angewendet hat:
20 Dips, 15 Sekunden Pause, 20 Dips, 15 Sekunden Pause, bis 100 WH voll sind. Man mache das und beschwere sich dann über zuwenig Volumen in kurzer Zeit :-)

Gebt Gas!

Dienstag, 31. Januar 2012

Zwei Empfehlungen

Gute Dinge gehören weiterempfohlen! Und hier sind zwei:

Ich habe gestern ein langes Interview mit Randy Roach geführt. Dieser Mann ist DER Bodybuilding-Historiker dieser Welt, Autor der beiden Bücher "Muscle, Smoke & Mirrors I und II". Ersteres hat über 500 Seiten Material, zweiteres über 700 Seiten. Genauestens recherchiert. Wer wissen will, wie die Champions damals wirklich gegessen und trainiert haben und wer tolle Hintergrund-Geschichten hören will, der sollte sich dieses Werk nicht entgehen lassen. Ich habe ihn wie gesagt interviewt und eine Tonne an tollen Aussagen aus ihm rausgeholt. Sein Buch ist auch bei uns mittlerweile via Amazon zu haben und natürlich auf seiner Homepage www.randyroach.ca


Äußerst lesenswert ist auch dieser Artikel von ihm, mit dem alles begann: www.rawpaleodiet.com/splendid-specimens-raw-food-diets-in-the-bodybuilding-community/

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Und dann kam gestern auch noch die neue DVD von Jürgen Reis in mein Postfach geflattert. Jürgen, der bisher fünf Bücher schon rausgebrachte, hat lange mit seinem Team an diesem Werk gearbeitet, was herausgekommen ist, ist gewaltig und vor allem aber ein Motivationsfeuerwerk der Extraklasse und er kriegt! Wer sich das vor seinem Training reinzieht, braucht sonst nix mehr, das ist ein Pre-Workout-Snack vom Allerfeinsten! Erhältlich ist diese DVD auf www.peak-prinzip.com


Und jetzt kommt noch der Clou. Er hat mir eine DVD zum Verlosen hinterlassen. Dafür muss man aber eine Frage beantworten, die man samt seiner Adresse an info et naturtraining.at schickt. Und diese Frage lautet: "Wie hieß der militärische Berater, den Jürgen bereits mehrmals am Podcast interviewt hat und wo hat er ihn das erste Mal getroffen?". Nicht allzu schwierig, wenn man Podcast-Hörer ist.

Gutes Gelingen!

Sonntag, 29. Januar 2012

Vergessene Systeme, Teil I



In früheren Jahren hatte man nicht diesen Überflüss an Trainingsmöglichkeiten wie heute. Man hatte deutlich weniger Gerätschaften, es gab kein Internet und es gab nicht tausende "Coaches", die heute ihr Wissen preisgeben und oft auch leider in die Irre führen. Sinn dieser Serie ist es, Trainingssysteme früherer Jahre hervorzukramen. Ich recherchiere seit Monaten nach solchen Materialien, habe viele Bücher importiert, Leute kontaktiert und Quellen angezapft. Hierbei gleich einmal zu empfehlen als eines der besten Werke, die ich je gelesen habe, ist "Muscle, Smoke and Mirrors" von Randy Roach. Über 500 Seiten an Wissen von früher, exakt und genau recherchiert. Mittlerweile gibt es auch Teil II und Teil III soll auch noch rauskommen. Ein umfassendes geschichtliches Werk. Wer wissen will, wie es wirklich zuging damals, der ist damit bestens bedient. Der Autor steht mir in der kommenden Woche auch für ein längeres Gespräch zur Verfügung, er ist ein wandelndes Lexikon.

Venice Beach, Kalifornien, irgendwann in den 40er-Jahren:
Zwei austrainierte, schlanke Gestalten stehen an einem der vielen Dips-Barren und schuften seit einer Stunde. Einmal der eine, dann wieder der andere hauen Wiederholung um Wiederholung raus, sie schwitzen und keuchen, doch sie haben Spass an der Sache. Dips, eine Übung, die seinesgleichen für den Oberkörper sucht, Trizeps, Brust, Schultern, Lat und Bauch bedient vom feinsten. Das gleiche werden sie nachher auch noch mit Klimmzügen machen. 500 Wiederholungen gesamt an diesem Tag. 4-5mal die Woche geht das so. Langweilig? Nein. Effektiv eher. Wer trainiert heute noch so? Nur mehr wenige. Diese beiden Gestalten waren Jack LaLanne und Dan Lurie, zwei Größen, die man kennen muss. Ersterer verstarb im Vorjahr leider im Alter von 96 Jahren (!). Er hatte bis zu seinem Tod täglich trainiert. Zweiterer lebt noch, geht ebenfalls auf den 90er hin und trainiert noch. Training wie dieses muss also Wert haben, wenn man es bis ins hohe Alter tun kann.


Hier eine Aussage von Dan Lurie in einem Interview:
I did 1665 pushups in 90 minutes and 1225 parallel dips in 90 minutes. I lifted 285 lbs. with one hand over the head. That one was a specialty. I did 1200 pullovers with 55 lbs. Crazy things. Things that involved endurance. People today don't do this type of training.
They train with heavier weights and they end up with injuries and have to stop for a while. I wasn't going to get hurt. I found my body responded to hundreds and hundreds of repetitions with a lighter weight - 100 lbs.


Ich habe in den letzten Monaten ebenfalls viel umgestellt bei mir. Trainiere mehr mit hohem Volumen mit dem eigenen Körpergewicht. Weniger mit Gewicht. Was tat sich dabei. Meinen Gelenken geht es besser, ich wurde definierter und fühle mich wohler, auch die Muskelkater sind angenehmer geworden, ich denke so etwas ist langfristiges Training. Die Einheiten blieb aber dennoch hart. Es geht enorm auf die Kraftausdauer und Pumpe sowas. Anstoss waren Blogposts von Kamerad Alex Lechner, aber auch die PLP-Geschichte von Chad Waterbury. Alex arbeitet auf die Barbarian-Requirements hin. Diese sind dem Training von Lalanne und Lurie sehr sehr ähnlich. Ich denke die beiden hätten damit keine Probleme gehabt. Wenngleich diese Anforderungen enorm sind!


Heute habe ich im Gedenken an Lalanne und Lurie trainiert. Alle 2 Minuten das 6-Meter-Seil hoch und danach 10 Liegestütze. 25 Runden davon, nach 50 Minuten war Sense. Was für ein Brennen :-)


Ich habe 2009 bei meinem Besuch in Venice Beach viele Leute so trainieren gesehen. Einer hieß Dan, ein Schwarzer. Wahnsinns-Körper und Kraft ohne Ende. Er hat wie ich an den Seilen dort trainiert am Strand. Stundenlang. Ist sicher 30 mal hochgegangen insgesamt. Ich habe ihn gefragt, was er sonst alles macht. Seine Antwort: "Seil, Dips und Stiegensprints". Das ist sein Fitnessprogramm. Dreimal die Woche, wie ein Uhrwerk. Meist mit Kameraden, oft aber auch alleine. Seit Jahren!


Man sollte sich überlegen, ob das nicht auch was ist. Langhantel, Kurzhantel, Kettlebell, Maschinen und so in allen Ehren. Aber Training mit dem eigenen Körpergewicht hat einfach was. Man muss beileibe kein Turner werden, sondern die Basics einfach schärfen und machen. Und nicht mit mickrigem Volumen. Sondern das Kraftwerk hochfahren Stück für Stück. Wer glaubt, 50 Klimmzüge gesamt sind etwa viel, dann irrt er. Hochfahren. Nur das bewirkt wirklich dann einen Effekt.


Mein Trainingsfreund Karl Humer trainiert seit Jahren ebenfalls so. Richtung Kraftausdauer, viel mit dem eigenen Körpergewicht. Kein Wunder, dass er noch so fit ist.


Teil II ist nicht weit. Bis dahin weiterhin eine gute Reise...


P.S.: Das oben im Bild ist natürlich the "Godfather of Fitness" Jack Lalanne.

Montag, 23. Januar 2012

Milo Barus



Leser Cyrill hat mich auf diesen feinen Link aufmerksam gemacht:

www.milobarus.de

Milo hat mir natürlich schon was gesagt, gibt ja auch einen Strongman-Wettkampf alljährlich zu seinen Ehren, aber diese Website kannte ich nicht. Beeindruckend auf jeden Fall dessen Werdegang! Hier genauer zu lesen:

www.milobarus.de/hermsdorfregional.php


Nun sollte sich jeder überlegen, was Kerle wie er damals zur Verfügung hatten. Außer Wille, Fleiß, Einsatzbereitschaft, Härte sowie den eigenen Körper. Nicht viel mehr, aber das braucht es auch nicht. Da wurde auch beim Essen brav hingelangt egal was es war, man war froh, dass es überhaupt was gab. Das hat mir auch Johann Martin am Sonntag im Telefonat klar gesagt. Viele sowjetische Athleten haben und hatten nicht annähernd das, was wir heute haben und als selbstverständlich betrachten. Proteinpulver oder sowas gabs nicht. Braucht es auch nicht. Stattdessen sollte sich lieber jeder immer wieder fragen: Trainiere ich hart genug? Was würde ein Russe grad machen? Was hat er zur Verfügung?

Sonntag, 22. Januar 2012

Top-Athlet, top Projekt

Gerade einen Anruf von einem beeindruckenden Mann bekommen: Johann Martin. Wer diesen Vollblut-Athleten, der für den Sport schon viel getan hat, nicht kennt, hier mal zwei gute Videos, schon mal vor einiger Zeit hier gepostet:





Grund seines Anrufs. Die Offene Meisterschaft im Kettlebellsport am 2. Juni in Hamburg. Weitere Infos gibt es hier: www.athletenclub-hamburg.de bzw. via Mail auf kettlebell2012@athletenclub-hamburg.de

Seine Projekte verdienen wie immer zwei Daumen hoch!

Samstag, 21. Januar 2012

Behind the lights...

Was motivierendes zum Wochenende. Zitat stammt von Muhammed Ali, dem großen Boxer, der diesen Dienstag seinen 70er feierte. Auf http://www.moosbummerl.com/ gefunden dieses "Wort zum Samstag/Sonntag":

"The fight is won or lost far away from witnesses – behind the lines, in the gym, and out there on the road, long before I dance under those lights."

Eines der besten Trainings für eine Winterlandschaft, die hoffentlich viele von euch grade genießen: Nehmt euch Kurzhanteln oder Kettlebells oder sonstwas, etwa die Hälfte eures Körpergewichts insgesamt, darf aber ruhig auch weniger sein. Und marschiert los damit. 10 Minuten in eine Richtung. Und eines ist fix. 10 Minuten zurück werden sich wohl ziemlich sicher nicht ausgehen!


Aber was für eine Einheit. Braucht nicht "viel" mehr!

Donnerstag, 19. Januar 2012

Vielseitigkeit

Ostblock-Athleten, egal welche olympische Sportart, waren immer an vielseitigem Training dran. Hier zu sehen russische Ringer in den 70er-Jahren! Man beachte ab Sekunde 53: Hangeln, Seilklettern, Dips am Barren und und und! Old school baby...